Weidenschnitt im Erpetal

Am 2. Februar trafen sich Jung und Alt bei frostigem Wetter um gemeinsam die Kopfweiden entlang des Randgrabens im Erpetal zu schneiden. Dieser Formschnitt ist nötig um die alten Weiden zu stabilisieren und sie so bei Sturm vor dem Umbrechen zu bewahren. Die alten Gehölze bieten vielen Tieren Nahrung und sind sogleich Lebensraum für viele Tierarten. Eine Kopfweide kann bis zu 90 Käferarten einen Lebensraum bieten. Die hohlen, dichtstämmigen Kopfweiden eignen sich hervorragend als Refugium für einen großen Teil der Käferarten. Mit zunehmendem Stammumfang und Holzzersetzung steigt tendenziell die Vielfalt an Kleinlebensräumen. Umfangreiche Stämme besitzen ausreichend Holzsubstanz für die mehrjährige Larvenphase von größeren Insekten.    Alle diese Eigenschaften machen die Kopfweiden zu einem

wichtigen Ersatzbiotop in der Kulturlandschaft. Der Wert der Kopfweiden für die Tiere zeigt sich in der hohen Zahl an Arten sowie an den zahlreichen seltenen, sehr seltenen und / oder Rote-Liste-Arten, die diesen Lebensraum aufsuchen.Wichtige Eigenschaften der Kopfweiden, wie sie an anderen Baumarten in dieser Kombination nur selten vorkommen, sind ihre Neigung zur Baumhöhlen- und Mulmbildung, das Nebeneinander von härteren und weicheren Totholzpartien in den äußeren Stammschichten und die hohe Zahl von Holzpilzarten, von denen sie besiedelt werden.
Für höhlenbewohnende Vogelarten bieten die Kopfweiden ideale Lebensbedingungen.
Dazu zählen  mehrere Meisenarten, Gartenrotschwanz, Grauschnäpper und Trauerfliegenschnäpper.